utahbeach

Jürgen Rüttgers erklärt sich zum Ultrakapitalisten!

In cdu, Jürgen Rüttgers on August 9, 2009 at 11:49 pm

Da keine Phantasie bizarrer sein kann als die Realitäten in Deutschland, bin ich ein leichtes Opfer von Aprilscherzen. So hatte ich es in diesem Jahr durchaus für möglich gehalten, dass die Bundesregierung den gefeuerten ex-Bahn-Chef Mehdorn zum Datenschutzbeauftragten machen wolle. Aber dieses Mal lässt das Datum der Nachricht keinen Zweifel: Es kann kein Aprilscherz sein!

Lange hatte der Rüttgers-Wolf Kreide gefressen, sogar über den Kapitalismus geschimpft! Irgendwer scheint ihm nun ein Wahrheitsserum in den Kaffee gekippt zu haben, denn mit wenigen Worten sagte er alles:

http://www.ad-hoc-news.de/ministerpraesident-wiederholung-vom-samstag-ruettgers–/de/Politik/20418362

Seiner eigenen Partei warf Rüttgers vor, nicht genug mit der Wirtschaft gesprochen zu haben. Viele Unternehmer und Manager fühlten sich von der Politik schlecht behandelt, obwohl sie zu der guten Entwicklung der deutschen Wirtschaft in der Zeit bis zur Krise beigetragen hätten: «Die CDU und die deutschen Unternehmer müssen intensiver miteinander reden als bisher und sich auf eine gemeinsame Strategie für die Zeit nach der Krise einigen.»

Zudem brauche Deutschland «Wachstum, und zwar größeres, als wir es vor der Krise hatten. Experten gehen davon aus, dass ein jährliches Wachstum von drei Prozent notwendig ist, um den Wohlstand zu sichern.»

Dass die CDU zuwenig mit den Wirtschaftsbossen rede, darf man wohl als einen „Brüller“ bezeichnen, zu dem nichts weiter zu sagen ist. Dass Wirtschaftsbossen nach Jahrzehnten der Steuersenkungen, Lohn- und Lohnnebenkostensenkungen, des Abbaues von Wettberwerbs-, Kartellschranken und der Arbeitnehmerrechte noch Grund haben sollen, sich zu beklagen, ist eine unerhörte Aussage!  Was sollen denn die gebeutelten Arbeitnehmer, Arbeitslosen und Rentner dann erst sagen?

Dass Rüttgers Wachstum als notwendig für Wohlstandssicherung bezeichnet, verdient eine nähere Erläuterung: Der Wohlstand in Deutschland ist insgesamt mehr als ausreichend, um allen ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen – nicht frei von Arbeit, aber frei von Armut und Existenzangst.

Das Problem ist nur, dass die wahrhaft Mächtigen alles für sich allein wollen, weil sie ihre Hälse niemals voll bekommen können.

Dieser im Grunde geisteskranken Gier zollt Rüttgers Tribut: Es muss immer mehr her, damit die Gierhälse zufrieden sein können.

Damit ist nun klar: Jürgen Rüttgers will den Ultrakapitalismus: Die CDU soll sich noch mehr nach den Wirtschaftsbossen richten, und unterhalb von 3% Wachstum muss die Gier der Superreichen eben durch Umverteilung von unten nach oben befriedigt werden. Das sagt er tatsächlich mit seinen eigenen Worten!

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