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Boogie-Anarchie und Aquarienhaltung Teil 1, Tierschutzverein Dortmund

In Uncategorized on Januar 17, 2010 at 4:25 pm

Interviewer: „Winfried Sobottka, Sie wollen sich zur Haltung von Aquarienfischen und anderen Aquarienbewohnern äußern, warum?“

Winfried Sobottka: „Für uns von United Anarchists ist der Tierschutz ein sehr ernstes Thema, denn tatsächlich können Tiere leiden wie wir. Und falsche Tierhaltung, von vermeintlichen Tierfreunden begangen, bedeutet für viele Lebewesen ein Leben der Folter und oft einen schrecklichen Tod. Insofern will ich mich zur Haltung aller Tiere äußern, und irgendwomit muss ich ja anfangen: „A“ wie Aquarium.“

Interviewer: „Was hat der Tierschutzverein Dortmund damit zu tun?“

Winfried Sobottka: „Nach seiner Zielsetzung will er an der Stelle das Selbe wie wir von United Anarchists. Er leistet viel Nothilfe, ich will  durch Informationen der Vorbeugung dienen. Denn viel Leid geschieht den Tieren aus Unwissen.“

Interviewer: „Was ist zu Aquarien zu sagen?“

Winfried Sobottka: „Erstens, dass sie fast immer schon für die Anfangsbesetzung zu klein sind. Die Ratschläge aus Aquarienbüchern oder die Ratschläge von Verkäufern in Zoofachgeschäften orientieren sich stärker an Geschäftsinteressen der Branche als an den Interessen der Tiere.“

Interviewer: „Auch die Ratschläge aus Aquarienbüchern?“

Winfried Sobottka: „Würde jemand ein ehrliches Buch über Aquarien schreiben, dann würden sich alle Zoofachhandlungen weigern, es zu verkaufen.“

Interviewer: „Was ist das Hauptproblem in der Aquarienhaltung?“

Winfried Sobottka: „In der Natur leben die Fische in großen Ökosystemen, die trotz vermeintlich perfekter Aquarientechnik aus verschiedenen Gründen nicht wirklich kopiert werden können. Diskusfische  leben zum Beispiel in Schwärmen von hunderten, teilweise tausenden von Tieren im Amazonas und seinen großen Nebenflüssen. Sie sind ausgezeichnete Schwimmer, unternehmen Wanderungen auf der Suche nach Garnelenschwärmen. Damit Diskusfische sich überhaupt annähernd artgemäß bewegen können, müsste ein Aquarium mindestens 5 m lang, 3 m breit und 2 Meter hoch sein. Das wäre ein Gewicht von 30 Tonnen Wasser. Unterhalb dessen ist von annähernd artgerechter Haltung nicht zu reden.

Auch der im selben natürlichen Biotop beheimatete, aber viel kleinere Neonfisch ist ein ausgezeichneter Schwimmer, der in sehr großen Schwärmen lebt. Zoofachhändler und Aquarienbücher empfehlen für ihn Beckengrößen ab 40 oder 50 cm, das ist Wahnsinn. Damit er naturnah im Schwarm leben kann, müssen mindestens 100 bis 200 Tiere der Art gehalten werden – und ein Becken mindestens 2 m lang, 1,5 m breit und 1,5 m hoch sein. Das wären 4,5 Tonnen Wasser.“

Interviewer: „Solche Haltungsbedingungen kann  fast niemand bieten.“

Winfried Sobottka: „Daraus kann man nur eine Konsequenz ziehen: Wenn man solche Haltungsbedingungen nicht bieten kann, dann darf man solche Tiere nicht in ein Aquarium sperren. Es kommt ja auch niemand auf die Idee, sich Blauwale zu halten, und der Grund ist der selbe.“

Interviewer: „Es gibt aber auch Fische, die nicht so starke Ansprüche an freies Schwimmen stellen und nicht in großen Schwärmen leben.“

Winfried Sobottka: „Es gibt noch einige andere Probleme. Fast alle Fische haben eine enorme Vermehrungsrate, wenn die Bedingungen für die Zucht reichen. In der Natur stehen Fische auf dem Speisenplan von Artgenossen, Reptilien, Vögeln und Säugetieren. Hält man Fische, die ihre Brut bewachen, oder Fische, die bereits sehr lebendtüchtig zur Welt kommen, wie Guppies, dann weiß man sehr schnell nicht mehr, wohin mit überschüssigen Fischen. Das sollte man unbedingt verhindern.“

Interviewer: „Wie kann man das verhindern?“

Winfried Sobottka: „Erstens keine Fische halten, die Brutpflege betreiben, zweitens keine Lebendgebärenden, sondern ausschließlich Freilaicher. Damit stellt man sicher, dass in der Regel bereits die Eier gefressen werden, wenn man zudem noch ein paar Garnelen hält. Auch erfordern die Eier vieler Freilaicher viel speziellere Wasserwerte als die Tiere selbst, so dass sich gelegte Eier in normalem Aquariumwasser gar nicht entwickeln können. Das würde z.B. für ein großes Becken mit Neonfischen gelten.“

Interviewer: „Welche Fische kommen für kleinere Aquarien infrage?“

Winfried Sobottka: „In Aquarien unterhalb 1 m Länge sollte man nur Garnelen und niedere Tiere halten, ab der Länge kommen z.B. kleine Welse, sofern nicht brutpflegend, Barben, Salmler infrage, wobei man es berücksichtigen muss, wenn sie Schwarmfische sind.“

Interviewer: „Gerade Kinder wollen gern brutpflegende Fische sehen, sie wollen auch gern große Fische halten.“

Winfried Sobottka: „Das ist ein sehr ernstes Problem. Nicht nur Kinder denken so. In Zoofachgeschaften bekommt man Fische zu kaufen, die ein paar Zentimeter groß sind, als erwachsene Tiere aber bis zu 70 (!) cm groß werden. Das ist ein Verbrechen an den Tieren. Wer brutpflegende Fische bei der Brutpflege betrachten will, sollte sich eine DVD kaufen, auf der das zu sehen ist. Das selbe gilt für die, die unbedingt große Fische im Wasser schwimmen sehen wollen. Wer ein Tierfreund ist, hält keine Tiere unter qualvollen Bedingungen.“

Zusätzliche Tags: Tierschutzverein Lünen, Tierschutzverein Herdecke

Zur Boogie-Anarchie:

https://anarchistenboulevard.wordpress.com/2010/01/17/boogie-anarchie-teil-1-an-den-cvjm-dortmund/

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